Im Werbelexikon finden Sie nachstehend die wichtigsten
Begriffserklärungen rund um das Medium Kinowerbung.
2K oder 4K
Bezeichnet die aktuellen Produktionsstandards in der Werbefilm-
produktion. Die Abkürzung 2K steht für die Bildauflösung von
2048 x 1107 Pixeln im Widescreen-Format. 4K bedeutet analog
dazu die Auflösung von 4096 x 2214 Bildpunkten. Jedes Bild in
4K Auflösung hat eine Dateigrösse von 40 Megabyte.
Additive Farbmischung
Kommt in der Filmbelichtung zum Einsatz, bei der die Grundfarben
Rot, Blau und Grün im Farbauszugsverfahren nacheinander belichtet
werden, um digitale Bilddaten auf Film zu transferieren.
A.I.D.A. Formel
Fachbegriff aus der Werbewirkungsforschung. Die Abkürzung
bezeichnet die vier Stufen der Kundenaktivierung.
Attention - Wecken der Aufmerksamkeit.
Interest - Kunden für das Produkt interessieren.
Desire - Kaufwunsch auslösen.
Action - Kaufhandlung auslösen.
Briefing
Kundenerstgespräch über Zielgruppen und Zielvorstellungen
zur Kampagnenausrichtung.
Break-Even-Point
Moment in dem sich die Werbeinvestitionen durch erhöhtes
Kundenaufkommen bezahlt machen, dt. Gewinnschwelle.
Brainstorming
Methode zur Ideenfindung in gelockerter Atmosphäre.
Brand
Markenname, Warenzeichen
Casting
Probeaufnahmen von Bewerbern für Werbefilmproduktionen.
Consumer Benefit
Nutzenversprechen, das bewusst auf Wünsche und Bedürfnisse
der Konsumenten abzielt.
Corporate Design
das Corporate Design ist der sichtbare, graphisch ausgearbeitete
Teil der Corporate Identity und prägt somit das visuelle
Erscheinungsbild des Unternehmens.
Dolby SR / Dolby SRD
In der Kinowerbung werden ausschliesslich die o.g. Mehrkanal-
Verfahren verwendet, wobei SR für Spectral Recording steht.
Die Dolby SR Tonspur befindet sich als analoge Lichttonspur
direkt neben dem Filmbild. Sie wird bei der neuesten Generation
von Filmprojektoren via Laser abgetastet. Dolby SR ist das im
Kinowerbebereich am weitesten verbreitete Tonformat, es verfügt
über 4+1 Tonkanal in der Dolby Matrix (Links, Center, Rechts, Surround und Bass). Dolby SRD auch bekannt als Dolby Digital befindet sich zwischen der Perforation des Filmstreifens.
Dolby SRD unterliegt einer speziellen Dolby Lizenzierung
und verursacht in der Herstellung höhere Kosten.
Einzelnachweis
Kino ist das einzige Werbemedium mit einer zuschauergenauen Rücklaufkontrolle über den Einzelnachweis der
verkauften Kinokarten.
Emotionale Werbung
Werbeaussagen, die statt der rationalen (Nutzen, Vorteil, Preis)
die irrationalen Momente in den Vordergrund stellen.
Filmbelichtung, Filmrecording oder kurz FAZ
Bezeichnet die Ausbelichtung digitaler Daten auf chemischen Film.
Hierzu kommen entweder CRT-Belichter oder Laserbelichter zum
Einsatz. Die Belichtung erfolgt im allgemeinen von hochauflösenden
Digitaldaten mit einer Auflösung von 2000 bis 8000 Pixeln in der
Breite und einem Seitenverhältnis von 1:1,85.
Goldener Schnitt
als Goldenen Schnitt bezeichnet man die Teilung einer Strecke in
Abschnitte, deren Größenverhältnis zueinander harmonisch ist.
Die Längenverhältnisse von Breite und Höhe liegen im Goldenen
Schnittbei 2:3:5:8:13:21:34 (Fibonacci-Reihe).
HD - High Definition
Kommendes TV-Format, das sich sehr gut als Ausgangsformat zur
Filmbelichtung eignet, da die Auflösung von HD1080P mit
1920 x 1080 Pixeln sehr dicht an der 2K Auflösung liegt.
Hitchhiker
“Huckepack-Werbesendung”: Werbespot, der einer gesponserten
Hauptsendung folgt und für ein Produkt wirbt, für das in der
Hauptsendung noch nicht geworben worden ist.
Impact
bezeichnet den Eindruck, den ein Werbemittel
auf den Betrachter ausübt.
Interior
auch: Interieur, Innenaufnahme (Foto/Film)
Jingle
kurze Melodie (Erkennungsmelodie) für Werbespots.
Key Visual
zentrales visuelles Element eines Werbemittels.
Laufzeitkorrektur
Behebt die Differenz der Unterschiede in der Bildfrequenz zwischen
TV (50 Halbbilder/Sekunde) und Film (24 Vollbilder/Sekunde).
Früher wurde hierzu der Ton an die längere Laufzeit angepasst.
Der Ton lief 4% langsamer, was sich durch einen merklich tieferen
Ton bemerkbar machte. Heute wird das Bild in einem Interpolations-
verfahren direkt auf 24 Bilder pro Sekunde angepasst.
Mediaplanung
Optimierung des Kampagneninhalts auf die Zuschauerzielgruppe
und damit die Buchung besonders geeigneter Leinwände.
Me-too-Werbung
nachgeahmte Werbung
Nielsen-Gebiete
Deutschland wird abhängig von der Werberelevanz der
Wirtschaftsräume in folgende Gebiete aufgeteilt:
Nielsen I: Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Nielsen II: Nordrhein-Westfalen
Nielsen IIIa: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Nielsen IIIb: Baden-Württemberg
Nielsen IV: Bayern
Nielsen Va: West-Berlin
Nielsen Vb: Ost-Berlin
Nielsen VI: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt
Nielsen VII: Sachsen, Thüringen.
Pack Shot
Abbildung einer Produktverpackung in einem Werbespot.
PAL
Bezeichnet das aktuelle TV-System in Deutschland. Pal ist die
Abkürzung von Phase-Alternating-Line-Verfahren. Die Auflösung
beträgt 768 x 576 Bildpunkte bei 50 Halbbildern pro Sekunde.
Pay off
besonders wirksamer Schlussteil eines Werbespots.
Pixel
ein Pixel (picture element = Bildpunkt) ist die kleinste Einheit einer digital aufgelösten Darstellung.
Quicky
kurzer Werbefilm
Recall-Werte
Kinowerbung ist das Medium mit den höchsten Recall-Werten,
das bedeutet, dass sich 98% der Kinozuschauer in der Nach-
befragung an drei oder mehrere Werbefilme erinnern konnten.
Reminder
Erinnerungsspot. Nach dem Hauptspot laufen einige andere Werbespots, dann erinnert der Reminder noch einmal an den
soeben gezeigten Spot und kommuniziert die wichtigsten Inhalte
in komprimierter Form.
Shooting
Aufnahme einer Filmszene oder Fotoserie.
Slogan
kurze, einprägsame Kernaussage, die auf allen
Werbemitteln erscheint.
Storyboard
bildliche Darstellung der Filmhandlung, im Gegensatz zum textorientierten Drehbuch.
Testimonial
ein Testimonial ist eine Person des öffentlichen Interesses,
die einem Produkt bescheinigt, wie zufrieden sie damit ist.
TKP
Bezeichnet den Tausender-Kontakt-Preis eines Werbemediums.
Wobei nur die Reichweite in Abhängigkeit zum Preis und nicht
die Qualität oder der Impact des Werbemediums gemessen wird.
Upconversion
Fernsehsysteme arbeiten zur Zeit noch im Halbbildverfahren, ein Relikt aus der frühen Geschichte der Fernsehübertragung.
Die 25 Bilder, die pro Sekunde ausgestrahlt werden, bestehen in
Wirklichkeit aus 50 Halbbildern. TV-Kameras waren bis vor kurzer
Zeit nicht in der Lage die Datenmenge eines kompletten Bildes in
1/50 Sekunde zu erfassen. Daher wurde jedes Bild in zwei
Durchgängen abgetastet. Durch die Objektbewegung zwischen den
Durchgängen kommt es zur Treppchenbildung. Im ersten Schritt der
Upconversion werden die Halbbilder zu Vollbildern verrechnet.
Dies geschieht mit hochwertigen Algorithmen, die nicht nur
nebeneinander stehende Bildpunkte miteinander verrechnen
(Interpolation), sondern eine komplette Bewegungsanalyse
(motion estimation) des gesamten Bildes durchführen.
Unbewegte Bildanteile, die keine Treppchenbildung aufweisen werden nicht bearbeitet und bleiben im Original erhalten,
bewegte Bildanteile werden Pixel für Pixel analysiert, die daraus gewonnenen Bewegungsvektoren geben Aufschluss über die
Bewegungsrichtung und helfen beim Einsatz von Motion Blur-
Algorithmen, die eine Filmtypische Bewegungsunschärfe simulieren
und so dem Videofilm einen sehr realistischen Filmlook verleihen.
Im Gegensatz zu einem einfachen Deinterlacing ist dieses Verfahren
zwar zeitaufwendiger, bedeutet aber ein vielfaches an Schärfe,
Farbtreue und Bildqualität im Ergebnis.
Außerdem muss das Seitenverhältnis der TV-Bilder von 4:3 auf
das Kinoseitenverhältnis 1:1,85 angepasst werden.
Interpolationsroutinen und Interframe Blending verbessern die
Bildqualität des Ausgangsmaterials um Detailzeichnungen in der
höheren Kinoauflösung zu erhalten. Im letzten Schritt der
Upconversion können dann Farbkorrekturen (bis zu 12-bit)
durchgeführt, Gammawerte angeglichen, und Kontraste
verändert werden.
Voice Over (VO)
Begleittext für einen Werbespot, gesprochen von einem nicht in
Erscheinung tretenden Sprecher.
Werbefilm
Bezeichnung für Kinowerbefilme mit einer Laufzeit länger als 30
Sekunden. Sie werden anders als Werbespots wöchentlich
eingeschaltet und unterliegen einem Saisonindex.
Preise für Werbefilme werden nach folgender Formel berechnet:
IVW * Laufzeit in Wochen * Spotlänge in Sekunden * 0,32 Euro= Preis pro Leinwand
Werbespot
Alle Spots die kürzer sind als 30 Sekunden, gelten als Kinospot.
Sie werden monatlich eingeschaltet jeweils mit Schaltbeginn zum
ersten Donnerstag des Kinomonats. Sie sind nur in der
Jahresbuchung rabattfähig.
Widescreen
Das am weitesten verbreitete Bildformat für Kinowerbung.
Widescreen entspricht einem Bildseitenverhältnis von 1:1,85.
In Sonderfällen ist es möglich Kinowerbung auch im Cinemascope-
Format zu produzieren. Hierbei ist jedoch ein erheblicher
Preisaufschlag bei der Einschaltung zu berücksichtigen.
Scope-Werbung läuft bedingt durch den Linsenwechsel
direkt vor den Cinemascope-Hauptfilmen.
Zielgruppe
Ideale Käufergruppe, auf die die Werbekampagne ausgerichtet wird.
