Kinospot.de realisiert Filmsequenzen für OTTO online.
Na das ist doch mal nett, wenn man sein Geld gleich wieder zurück bekommt. Gerade am Vorabend hatte ich Luxus-Kaltschaum-Matratzen mit sieben Komfortzonen inklusive der passenden High-End-Roste mit individuell einstellbaren Härtegraden bei Otto bestellt. Tags darauf und davon auch höchst unabhängig kam die Anfrage der Pforzheimer Katalogspezialisten Studio Gieske, die mit ihren interaktiven Fotostrecken bereits im Sommer auf der Otto-Website für Aufsehen sorgten.
Otto war zu diesem Zeitpunkt mitten im kompletten Relaunch der Website. Weitaus mehr interaktive Elemente als bisher sollen den Besucher in Zukunft unterhalten, so auch gedrehte Filmelemente mit den Katalogmodellen. Das von Razzo Design Hamburg entwickelte Storyboard beschreibt in vier Sequenzen witzige Stories rund um das Label Trendhome. Die Dreharbeiten fanden in einer ruhig gelegenen Dependence der Gieske Studios statt. Dabei wechselten sich Fotoshooting und Filmproduktion ab, sodass einige Produktionstage doch relativ spät endeten.
Los ging es in der Küchen-Deko mit dem Abzählreim eines kleinen Jungen rund um den Küchentisch, bei dem die Stühle auf das Antippen des Jungen hin die Farbe wechseln. Das natürlich in einer Kamerafahrt, damit das Ausmaskieren für den Farbeffekt auch ein bisschen interessant wird. Bedingt durch die Jugendschutzauflagen drehten wir die Takes abwechselnd mit zwei unterschiedlichen Jungs, damit die Pausenzeiten genutzt werden konnten.
Weiter im Schlafzimmer der Trendhome-Familie. Zur visuellen Auflockerung hat der Auftraggeber für den Drehtag noch einen Mops gebucht. Das etwas schwer navigierbare Tier, kam viel lieber zu mir hinter die Kamera gewatschelt, als auf dem Bett zu pofen. Spike war nur mit Joghurt-Hundedrops zu bändigen. Davon erwischte er offensichtlich etwas zuviel, wie die Besitzerin im nachhinein mitteilte. Auf der Heimfahrt war es dann soweit, Ernst Jandl bekam posthum dann doch noch Recht.
Im Wohnzimmer des Trendhomes ging es um einen wild gewordenen Kuckucksuhr-Kuckuck. Damit der Kuckuck auch in Interaktion mit dem Fotomodel treten konnte, musste er exakt um das 7,89-fache weiter herausspringen, als er das von Natur aus tun würde. Ein Fall für Motiontracking und Cinema 4D.
Willkommen im Land der 1000 Quietscheentchen und damit im Badezimmerset. Die vierte Story dreht sich rund ums Gummitier und seine Kollegen. Zunächst wurden die Shots mit Darsteller abgedreht, der während der Drehzeit in einer saukalten Studiohalle immer wieder von der Maskenbildnerin mit Wasser eingesprüht wurde. Soviel zur glamourösen Welt der Fotomodels.
Besonders knifflig war die Aufgabe Filmsequenzen mit den Fotos zu matchen. Das heisst, Bildfarbe und Ausleuchtung so nahe wie möglich an die Katalogfotos anzunähern, damit sie vom Zuschauer als eine Einheit wahrgenommen werden. Das bedeutet auch, immer wieder das Licht der Studioblitzen mit HMI Scheinwerfern so gut wie möglich simulieren, ein etwas ungleicher Kampf da die Brillanz und die Schärfenbereiche der Fotos auch mit HD-Video kaum zu erreichen sind. Trotz der für Filme sehr atypischen Einleuchtung der Katalogfotografie sind wie verdammt nah an den Look der Fotobilder herangekommen, die letzten paar Prozentchen Glaubwürdigkeit kamen aus der HD-Farbkorrektur. Alles in allem eine wirklich interessante Kombi aus Film, Fotodesign und Flashanwendung, zu sehen auf otto.de/wohnen im Bereich Trendhome.
TEAM & TECHNIK
Konzept: Razzo Design
Kamera: Peter Morlock
Produktion: Studio Gieske
Postproduktion: Kinospot.de
Format: HD Video
Ton: Stereo
